Demenz ist ein wachsendes Problem, weltweit

Im Jahr 2015 waren 46,8 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, die meisten von Alzheimer. Demenz führt zu Pflegebedürftigkeit, auch wenn der körperliche Zustand von Betroffenen eine selbstständige Lebensweise ermöglichen würde. Bei schwereren Stadien der Demenz ist eine spezielle und zeitaufwändige Betreuung erforderlich. Es ist zu erwarten, dass ein wachsender Teil der Betreuungsleistungen in einem professionellen Setting, zum Beispiel einer stationären Pflegeeinrichtung, stattfinden wird. In Österreich ist die Zahl der Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, rückläufig
(ÖÄZ Nr. 8), obwohl die Zahl der Pflegebedürftigen steigt (ÖÄZ Nr. 15–16).

Die österreichische Bevölkerung wird immer älter, wodurch auch Demenzerkrankungen zunehmen werden. Prognosen zeigen, dass die Zahl der Demenzkranken von 140.000 Personen im Jahr 2020 kontinuierlich auf rund 260.000 Personen im Jahr 2050 steigen wird. Im Zusammenhang mit Demenz fallen hohe Kosten für Pflege und medizinische Behandlung an, aber auch für informelle Pflege der Angehörigen. Es wird geschätzt, dass die jährlichen Kosten von Demenz weltweit auf 1,6 Billionen Euro im Jahr 2030 anwachsen werden. Das ist das Vierfache der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung des Jahres 2019.

Mehr Bewegung und gemäßigter Alkoholkonsum können das Einsetzen der Demenz hinauszögern. Innovative Pflegekonzepte können zudem Angehörige entlasten und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Sogenannte „Serious Games“ verbessern die Früherkennung und begünstigen den Krankheitsverlauf. Aktuell wird die Wirksamkeit spielgestützter Interventionen in einer breit angelegten Studie von Joanneum Research untersucht.

Literatur:

 

Höfler, S., Bengough, T., Winkler, P., & Griebler, R. (2015).
Österreichischer Demenzbericht 2014.

 

HPrince, M. J. (2015).
World Alzheimer Report 2015: the global impact of dementia: an analysis of prevalence, incidence, cost and trends. Alzheimer‘s Disease International.

 

Wancata, J., Freidl, M., Unger, A., Jahn, R., Soulier, N., Fellinger, M., & Daniel, R. (2015).
Projections about the future number of dementia sufferers: increasing life expectancy not sufficiently considered?.
Psychiatria Danubina, 27(4), 0-457.

 

multimodAAL: Spielgestützte multimodale Intervention, Monitoring und Decision Support zur Aktivierung bei AlzheimerDemenz,
https://projekte.ffg.at/projekt/3359588/pdf

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