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Themenüberblick

Primär­versor­gungs­zentren: zugänglich, bedarfsgerecht, beliebt

Es braucht mehr und bessere Primärversorgung in Österreich. Derzeit findet die Versorgung oft im Krankenhaus statt, weil die Angebote außerhalb ungenügend sind. Die Grafik zeigt, dass die Ausgaben für Krankenhäuser (relativ zu den gesamten Gesundheitsausgaben) in Österreich deutlich höher sind als im Durchschnitt der Eurozone. Bei den Haus- und FachärztInnen ist es genau umgekehrt. Trotz vieler Reformen hat sich daran nichts geändert – eher im Gegenteil.

Quelle: OECD November 2017, HS&I Berechnungen

Primärversorgungszentren müssen in Österreich Tradition werden. Bis heute steht die rasche Wiederherstellung von PatientInnen im Vordergrund. Die koordinierte, wohnortnahe Versorgung ist noch immer unausgereift. Gleichzeitig muss mehr für Gesundheit getan werden und der Bedarf nach Versorgung wächst. Wir haben keinen generellen Ärztemangel, wir haben ein Verteilungsproblem und andere Gesundheitsberufe sind oft nicht adäquat eingesetzt. Im Vergleich zum Rest der Eurozone wird in Österreich relativ wenig für ambulante Versorgung ausgegeben.

Chronische Leiden: Verhindern, erkennen, richtig behandeln

Wir brauchen mehr und bessere Maßnahmen, um chronische Leiden zu verhindern bzw. zu lindern. Die Grafik zeigt, welchen Platz Österreich unter 15 Ländern einnimmt, wenn Lebensjahre ohne Beeinträchtigung verglichen werden. Wir sehen: Österreich ist top bei der Lebenserwartung frei von Beeinträchtigung im Bereich Alzheimer, in vielen anderen Bereichen jedoch abgeschlagen; das betrifft relativ lange beeinträchtige Lebenszeit infolge von Stürzen, Leberzirrhose und auch Diabetes.

Quelle: IHME 2010

Chronische Erkrankungen, ihre Früherkennung und Möglichkeiten der Behandlung, müssen in den Fokus gerückt werden. Diese Leiden werden in Zukunft noch mehr Menschen als heute betreffen – Männer und Frauen jeweils unterschiedlich. Wir brauchen mehr und bessere Betreuungsprogramme für spezifische Krankheiten und mehr Gesundheitskompetenz der Menschen. Auch die verbesserte Koordination von Leistungen zwischen Gesundheit und Pflege ist ein Muss.

Modellregion: Verantwortung und Finanzierung in einer Hand

Unübersichtlich, verzweigt und aufgesplittert: Die Finanzierung des österreichischen Gesundheitssystems erfolgt durch mehrere Institutionen und Einrichtungen. Ausgaben-, Aufgaben- und Finanzierungsverantwortung fallen auseinander. Dadurch wird Geld verschwendet, das sinnvoller für die dringend notwendige Verbesserung der Versorgung eingesetzt werden sollte.

Quelle: Darstellung auf Basis der Daten in Hofmarcher, Maria M., Health systems in transition,
http://www.euro.who.int/­__data/assets/pdf_file/­0017/233414/HiT-Austria.pdf

Eine Modellregion kann Wege aufzeigen, wie die Versorgung patientenorientiert ausgebaut werden kann und kostengünstig bleibt. In einer Modellregion arbeiten Sozialversicherung, Länder und Bund enger und koordiniert zusammen, damit der Zugang und die Versorgung insbesondere für chronisch Kranke besser werden. Dadurch wird Qualität gesteigert und Ineffizienz gemildert, die durch die ausgeprägte Mischfinanzierung in Österreich entsteht.

Gesundheit und Glück bis ins Alter

Gesundheit und Zufriedenheit sind die wichtigsten Aspekte von Lebensglück. Die Grafik macht dies deutlich: 2713 Personen aus Österreich haben bisher an der Befragung teilgenommen. Die obersten Ränge werden von „Gesundheit“, „Zufriedenheit“ und „Bildung“ belegt.

Quelle: http://www.oecdbetterlifeindex.org/responses/#AUT, Stand 3.3.2018

Gesundheit und Zufriedenheit sind unsere kostbarsten Güter. Der Wohlfahrtsstaat bietet uns in vielen Bereichen Sicherheit und Schutz, trotzdem bestehen in jedem Lebensalter Risiken für körperliche oder psychische Belastungen. Aktives und glückliches Altern beginnt schon in der Schwangerschaft. Wir brauchen daher vielfältige Unterstützungsangebote, die den gesamten Lebenslauf eines Menschen berücksichtigen.